Clockwork Orange & Oxytocin

Na, meine Droogs, was soll es denn geben? Dass Burghes Geniestreich echt horrorshow ist, muss man keinem mehr erzählen. Aber hin und wieder bin ich fast getollschockt, wenn ich höre und lese, was man sich für uns kleine Fecken noch so ausdenken könnte.

Erinnert euch mal kurz daran, was man dem armen Alex angetan hat: Zur Autoagression konditioniert, zum Vertrauen und zur Liebe zu seinen Mitmenschen gezwungen, egal ob er sich damit selbst schadet. Gut, über die unglückliche Vorgeschichte des kleinen Alex schweigen wir einmal; zugegeben, es mag Gründe gegeben haben ihn etwas härter ranzunehmen. Aber wie auch immer, der Staat, wie hin Burghes vorstellt, würde liebend gern das gefährliche, das unsoziale Subjekt zu einem Fügsamen objektivieren. Ihm die Jarbeln abschneiden, sozusagen.

Und nun, O Brüder, lese ich, dass ein präsumtiv staatstragendes Experiment die in dieser Hinsicht schönsten Ergebnisse gezeitig hat. Fremdenfeinde oder zumindest Fremdengeneralverdachthaber können durch die Gabe des Hormons Oxytocin tatsächlich etwas zutraulicher und somit sozial erwünschter gemacht werden. Ich würde das nicht mit so süffisantem Zynismus schreiben, hätten nicht einige Medien sofort von  einem Nasenspray gegen Fremdenfeindlichkeit schwadroniert. Und auch die Forscher gestalteten ihr Experiment – unter anderem durch die Verschränkung mit sozialem Druck zur Boosterung des Effekts – durchaus nicht neutral, sondern stellten einen möglichen sozialen Nutzen drittmittelerheischend durchaus unverschämt heraus.

„Oh!“, krietschte ich, „oh, jetzt ist mir alles klar! Ein schäbiger, schmutziger Trick, eine Betrügerei, Sie Schuft, und das soll Ihnen nicht noch mal gelingen!“

Ob sie im Labor den guten alten Ludwig van gespielt haben?

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