The stupid Donkey

Der Blick von Außen ist immer noch der interessantere Pointenlieferant. Irgendwann schreibe ich mal darüber, wie meine diversen holländischen und britischen Verwandten und Bekannten über ze Germany denken, vor allem was sie so irritiert oder auch gleich verrückt werden lässt – natürlich im übertragenen Sinne. Heute hingegen begebe ich mich lustvoll in die Rolle des gestreng richtenden Beobachters, Objekt der prosekutorischen Untersuchung: die Ansichten einer lieblichen Amerikanerin, urban, newenglish, sehr liberal, a Democrat, also Anhänger der stupid party. I-ahhh. „The stupid Donkey“ weiterlesen

Die Geschichte in Dienst stellen

Das ham wir immer schon so gemacht, sei kein Argument heißt es. Stimmt natürlich nicht, es ist das beste aller Argumente. Die Vergangenheit, die Geschichte in den Dienst der Gegenwart stellen, im Kleinen wie im Großen, ist die naheliegendste, unserem Denken nahekommende, mithin menschlichste Begründung für Tun und Unterlassen. Welt- und Personengeschichte lieben die Empirie, die Erfahrung und was mag ihr widerstehen? „Die Geschichte in Dienst stellen“ weiterlesen

Doktor Schiwago & Wie der Stahl gehärtet wurde

Russland war nicht von dieser Welt und schon gar nicht von der westlichen Welt. Da mochte Peter der Imperator die Untertanen entbarten wie er wollte, Katharina ihre Kabinette, Armeen und Betten mit Deutschen vollstopfen, Alexander sich als Befreier-Zar feiern lassen. Das ewige Russland würde bleiben wie immer, die Bauern ehrfürchtig, die Soldaten unermesslich leidensfähig, die Bürger fleißig, die Adeligen pflichtbewusst und tapfer, die Kirche tief und weihevoll. Und der Zar, der würde väterlich sein, lohnend und strafend in allmächtiger Gerechtigkeit. Und dann war alles vorbei, in ein paar Monaten. „Doktor Schiwago & Wie der Stahl gehärtet wurde“ weiterlesen

Trigger Warning

Die Freiheit der Rede wird nicht von den aggressiven, schimpfenden, beleidigenden, schreienden und hetzenden Typen bedroht. Sondern von denen, die es nicht ertragen, beschimpft, beleidigt, angeschrien und gehetzt zu werden. Die ihre pergamentene Dünnhaut, ihre Hypersensibilität moralisch aufladen und gegen das freie Wort in Stellung bringen. Ihre Schwäche, ihre selbstgewählt Opferrolle wandelt sich in den Augen einer das Opfer sakralisierenden Gesellschaft in Stärke. „Trigger Warning“ weiterlesen

Slaughterhouse-Five & Yalu

Kurt Vonnegut schreibt über Lots Frau:

And Lot’s wife, of course, was told not to look back where all those people and their homes had been. But she did look back, and I love her for that, because it was so human. So she was turned into a pillar of salt. So it goes.

Gott hatte die Unrechten bestraft, und er setzte sie ins Unrecht, indem er ihre menschliche Natur, die er ihnen doch eingehaucht hatte, für böse und ausmerzenswert erklärte. So it goes. „Slaughterhouse-Five & Yalu“ weiterlesen